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Erbschaft anlegen

  • Checklisten für den Erbfall nutzen
  • Nachlass von Wertpapieren regeln
  • Vermögensaufbau mit einer Erbschaft beschleunigen
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Was tun bei einer Erbschaft?

Häufig geht mit dem Tod eines nahen Verwandten auch eine Erbschaft einher. Neben der Trauer gilt es damit auch sehr nüchterne Fragestellungen zu bewältigen. Die Erbschaft einer Immobilie (oder des traditionsbehafteten Familienschmucks) erweist sich dabei – gerade bei mehreren Erben – als eine größere Herausforderung als ein Nachlass, der nur aus Bargeld und Wertpapieren besteht.  Dabei geht es nicht nur, um die von allen Erben als "gerecht" empfundene Verteilung, sondern auch um die Bewertung und die Steuern. Erst ganz am Ende schließt sich die Frage an: Was tun mit dem unerwarteten Vermögenszuwachs?

Vielleicht haben Sie schon Pläne, wie Sie Ihr Erbe einsetzen wollen: ein neues Auto, ein Familienurlaub oder Modernisierungsarbeiten am Haus. Oder Sie möchten das Kapital doch weiter vermehren, wissen aber noch nicht wie. Ganz gleich, welche Entscheidung Sie treffen: Vermeiden Sie in der Niedrigzinsphase Anlagen ohne Ertragsaussichten. Wenn Sie Ihr Vermögen flexibel verwahren möchten, ohne auf Ertragschancen zu verzichten, können Investmentfonds eine gute Lösung sein.

Checkliste: Was im Todesfall zu tun ist

Die wenigsten möchten sich direkt nach dem Tod eines geliebten Menschen mit Finanz- und Versicherungsfragen auseinandersetzen. Das macht es allerdings nicht weniger wichtig, denn um einige Dinge müssen sich Angehörige kümmern.

Den Totenschein benötigen Sie, um eine Sterbeurkunde zu beantragen. Verstirbt Ihr Angehöriger zuhause, sollten Sie einen Arzt benachrichtigen. Im Krankenhaus wird diese Formalie automatisch für Sie übernommen und der Totenschein ausgestellt.

Klären Sie möglichst zügig, ob der Verstorbene ein Testament hinterlassen hat. Falls ja, bringen Sie das Testament zum Nachlassgericht.

Sammeln Sie die Versicherungs- und Bankunterlagen des Verstorbenen zusammen. Haben Sie bereits eine Konto- oder eine Generalvollmacht, erleichert Ihnen das den Umgang mit den jeweiligen Bankinstituten oder Versicherungsunternehmen sehr. Während Sie mit einer normalen Kontovollmacht über Guthaben verfügen können, ermöglicht Ihnen die Generalvollmacht auch die Auflösung von Konten und die Kündigung von Versicherungen.

 

Wenn Sie als Erbe vermuten, dass der Verstorbene noch weitere Konten geführt hat, sollte dem nachgeforscht werden. Leider können Sie sich in Deutschland nicht an eine zentrale Stelle dafür wenden, sondern müssen die einzelnen Bankenverbände separat anschreiben.

Um für alle Eventualitäten, insbesondere Rückfragen von Standesamt und Nachlassgericht, vorbereitet zu sein, sollten Sie wichtige Ausweise und Urkunden des Verstorbenen bereithalten, wie beispielsweise den Personalausweis, das Stammbuch, die Geburtsurkunde und ggf. die Heiratsurkunde. 

Hat der Verstorbene eventuell bereits einen sogenannten Vorsorgevertrag mit einem Beerdigungsinstitut abgeschlossen? Oder Wünsche für die Beisetzung hinterlassen? Falls nicht, gilt es einen Bestatter zu beauftragen. Die Kosten trägt in dem Fall der Erbe – unabhängig davon, ob diese sich aus dem Nachlass bestreiten lassen oder nicht.

 

Liegt eine Lebensversicherung oder Sterbegeldversicherung vor, müssen Sie die entsprechende Versicherung benachrichtigen. Wird der Todesfall zu spät gemeldet, kann es zu Komplikationen bei der Auszahlung der Versicherungssumme kommen.

 

Falls es sich um einen Unfalltod handelt, müssen Sie die Unfallversicherung häufig innerhalb von 48 Stunden informieren. Auch hier kann es zu Zahlungsproblemen kommen, wenn die Frist nicht eingehalten wird.

Für die Beantragung der Sterbeurkunde benötigen Sie den Totenschein, den Personalausweis sowie die Geburtsurkunde und evtl. eine Heiratsurkunde oder Scheidungsurteil des Verstorbenen. Die Beantragung kann auch Ihr Bestatter übernehmen.

Die Sterbeurkunde beantragen Sie beim Standesamt am Sterbeort – nicht dem Wohnort.

Ein Tipp: Lassen Sie sich das Dokument mehrfach ausfertigen, da auch andere Ämter und Unternehmen nach einer Sterbeurkunde verlangen.

Viele Banken und Versicherungen verlangen einen Erbschein, mit dem Sie sich als rechtmäßiger Erbe ausweisen können. In der Regel ist ein Erbschein allerdings nicht notwendig, wenn entsprechende Vollmachten (General- oder Kontovollmacht), ein notariell beglaubigtes Testament oder ein Erbvertrag vorliegen. Geht es um die Umschreibung einer Immobilie, kann auf ein Erbschein nicht verzichtet werden.

Den Erbschein erhalten Sie vom zuständigen Amtsgericht. Die Ausstellung kann aber gut und gerne mehrere Wochen dauern und ist mit Gebühren verbunden.

Ebenfalls zu klären sind Verträge rund um die Wohnung: Mietvertrag, Stromverträge, Telefon- und Internetanbieter, Rundfunkbeiträge, Pflegeheim müssen ggf. gekündigt oder umgemeldet werden.

Das gilt auch für Versicherungen wie für Haftpflicht, Hausrat, Kfz oder auch Wohngebäude. Die Kranken- sowie Pflegeversicherung müssen ebenfalls informiert werden.

Außerdem gilt es zu prüfen, ob andere Verträge vorliegen wie beispielsweise Vereinsmitgliedschaften, Zeitungsabos, Streamingdienste oder andere Dienstleistungen, die regelmäßig in Anspruch genommen werden.

Bei diesem Schritt kann es ebenfalls sinnvoll sein, die sozialen Profile des Verstorbenen zu löschen. Haben Sie die Zugangsdaten nicht, sollte es in der Regel reichen, die Unternehmen anzuschreiben und um Löschung des Profils zu bitten.

Wenn Sie erben, müssen Sie innerhalb von drei Monaten das für die Erbschaftssteuer zuständige Finanzamt informieren. Dieser Schritt entfällt, wenn das Testament durch einen Notar oder durch das Gericht eröffnet wurde und Sie keine Immobilien, Grundstücke, Anteile an Kapitalgesellschaften oder Betriebs- und Auslandsvermögen erben.

Darüber hinaus müssen Sie gegebenenfalls noch die Einkommenssteuererklärung für das laufende Kalenderjahr nachreichen.

Nachlass eines Wertpapier-Depots

Um Ihnen einen Eindruck davon zu vermitteln, was im Falle eines Nachlasses von Wertpapieren zu beachten ist, schauen wir auf folgendes Beispiel:

Der Erblasser besitzt ein SIGNAL IDUNA Depot mit Fondsanteilen. Sie sind Erbe und möchten die Fondsanteile auf sich und die anderen Erben verteilen, weil Sie auch weiterhin von deren Entwicklung profitieren wollen. Was ist zu tun?

Für den Fall, dass der Erblasser Ihnen bereits zu Lebzeiten eine Depotvollmacht erteilt hat, halten sich die notwendigen Formalien in Grenzen. Sie beauftragen die depotführende Stelle, in diesem Fall die Sutor Bank, die Fondsanteile auf die Depots der Erben zu verteilen. Das setzt natürlich voraus, dass Sie und die anderen Erben ein Depot besitzen bzw. sich eröffnen.

 

Ein Tipp aus der Praxis: Ein Erbe, der die Fondsanteile behalten will, sollte ein Depot bei der Bank des Erblassers einrichten.

 

Denn um bei einem späteren Verkauf der Fondsanteile den steuerpflichtigen Gewinn korrekt ermitteln zu können, ist es wichtig, dass die depotführende Stelle die steuerlichen Anschaffungswerte in ihrem System hinterlegt hat. Deshalb werden die Anschaffungswerte von der Bank des Erblassers im Zuge des Depotübertrages der neuen Bank mitgeteilt. Leider versäumen es viele Banken, die mitgeteilten Werte in ihren Systemen zu erfassen. Als Konsequenz zahlt der Erbe bei einem späteren Verkauf mehr Steuern als nötig.

Ohne eine bestehende Vollmacht wird es anspruchsvoller. Denn jetzt müssen Sie der depotführenden Stelle des Erblassers nachweisen, dass Sie berechtigt sind, über die Depotgegenwerte des Verstorbenen zu verfügen. Hierfür fordern Banken neben der obligatorischen Kopie der Sterbeurkunde regelmäßig eine Kopie der Testamentseröffnung durch das zuständige Amtsgericht oder einen Erbschein. Testamentseröffnung bzw. Erbschein sind verzichtbar, wenn Sie eine Generalvollmacht des Erblassers vorweisen können. Sobald der Bank diese Unterlagen vorliegen, beauftragen Sie die depotführende Stelle die Fondsanteile zu übertragen. 

Erbschaft in Fonds anlegen

100.000 Euro geerbt, und nun? Egal ob 100.000 oder 1.000 Euro – wenn Sie bei der Bewertung Ihrer persönlichen Situation zu dem Schluss kommen, das Geld anzulegen, sind Investmentfonds eine gute Möglichkeit. Breit gestreut bieten Fonds Renditechancen bei reduzierten Risiken und viel Flexibilität.

Fonds auf einen Blick

  • Rendite und Risiko Bereits ein einziger Fonds verteilt Ihr angelegtes Geld auf verschiedene Wertpapiere und streut so Risiken. Gehen Sie einen Schritt weiter und legen Ihre Erbschaft in ein Fonds-Portfolio aus verschiedenen Fonds unterschiedlicher Anlageklassen an, werden ihre Risiken noch weiter reduziert – und das bei attraktiven Ertragschancen.
  • Keine Vertragslaufzeiten Fonds-Anteile können Sie börsentäglich an- und verkaufen – Sie sind an keine Vertragslaufzeiten gebunden. Außerdem können Sie Ihre Anlage mit einem Fondssparplan verbinden, um ihr Vermögen weiter aufzubauen. Oder Sie wählen einen Entnahmeplan, um regelmäßige Auszahlungen zu erhalten.
  • Aktives Fondsmanagement Genießen Sie das Leben – unsere Fondsmanager erkunden für Sie weltweite Anlagechancen. Das tun sie auch für die SIGNAL IDUNA Gruppe. Denn auch die Beiträge der Versichertengemeinschaft müssen verantwortungsvoll investiert werden - wie Ihre Anlage.

Vorteile und Risiken von Investmentfonds

Eine Geldanlage in Investmentfonds bringt diverse Vorteile mit sich, ist aber auch - wie jede Anlage am Kapitalmarkt - mit Risiken verbunden.

Vorteile von Investmentfonds
Risiken bei einer Anlage in Fonds
Attraktive Renditechancen
Marktbedingte Kursschwankungen
Bereits mit kleinen Beträgen von den Kapitalmarktentwicklungen profitieren
Für den Fall nicht abgesicherter Fremdwährungsengagement können Wechselkursrisiken bestehen
Reduzierte Risiken durch die Anlage in verschiedene Wertpapiere
Höhere Kursschwankungen durch Konzentration auf bestimmte Branchen/Regionen/Länder möglich
Keine Vertragslaufzeiten oder Kündigungsfristen
Professionelles Fondsmanagement

Möglichkeiten, Ihr Geld in Fonds anzulegen

Die Einmalanlage: Größere Beträge einmalig in Fonds anlegen

Sie können Ihre Erbschaft oder einen Teil Ihrer Erbschaft einmalig in einen Fonds oder ein komplettes Fonds-Portfolio bestehend aus verschiedenen Fonds anlegen und so Ihrem Vermögen die Chance geben, zu wachsen. Im Rahmen einer Beratung werden Ihre persönliche Situation sowie Ihre Ziele genau analysiert, um für Sie die passende Geldanlage zu finden. Mehr zur Einmalanlage in Fonds erfahren Sie hier.

Der Fondssparplan: Regelmäßig in Fonds investieren

Besteht Ihr Erbe aus regelmäßigen Einnahmen, beispielsweise aus einem Mietshaus, könnte ein Fondssparplan interessant sein. Mittels monatlicher Einzahlungen bauen Sie sich so Schritt für Schritt ein zweites Standbein auf.

Lassen Sie sich beraten

Wenn Sie Ihr Erbe in Fonds investieren möchten, empfehlen wir Ihnen vorab eine Anlageberatung. Im Rahmen dieser Beratung findet eine ausführliche Untersuchung Ihrer persönlichen Situation und finanziellen Ziele statt.

Unsere Anlageberater finden gemeinsam mit Ihnen die Lösung für Ihr Anliegen. Die Beratung kann dabei vor Ort in Ihrer Nähe oder aber auch telefonisch stattfinden. Vereinbaren Sie gern einen Termin und lassen sich zu Ihren Möglichkeiten, das geerbte Kapital anzulegen, beraten – selbstverständlich unverbindlich.

Wenn Sie Ihre Erbschaft lieber selbstständig anlegen möchten, empfehlen wir Ihnen unseren digitalen Anlagehelfer ONVEST: Einfach und verständlich werden Sie durch die Online-Beratung zum Abschluss Ihrer Fondsanlage geführt. Das Beste daran: Sie können ONVEST zu jeder Tages- und Nachtzeit nutzen – bequem von einem Ort Ihrer Wahl aus.

Checkliste: Wie Sie Ihren eigenen Nachlass vorbereiten

Jeder von uns wird selbst einmal zum Erblasser. Wollen Sie es Ihren Erben einfacher machen, sollten Sie einige wichtige Dinge bereits im Vorfeld klären.

Nichts ist belastender für einen Erben, als kurz nach dem Tod eines geliebten Menschen bürokratische und juristische Hürden nehmen zu müssen. Eine Generalvollmacht kann für den Erben vieles erleichtern. Mit ihr kann der Bevollmächtigte unbegrenzt im Namen und für Rechnungen des Erblassers handeln – sowohl zu Lebzeichten als auch über den Tod hinaus. auch nach dem Tod.

Viele finanziellen Verpflichtungen bestehen über den Tod hinaus fort. Die Kosten umfassen dabei nicht nur die Beerdigung, sondern gegebenenfalls auch die Miete für die Wohnung oder das geleaste Fahrzeug. Erteilen Sie Ihrem Erben oder Ihrem Ehepartner – eventuell bereits zu Lebzeiten – eine Vollmacht für Ihre Konten, können diese Kosten beglichen werden, ohne Ihre Erben zu belasten.

Ordnung hilft – gerade wenn es darum geht, im Todesfall Ihre Dauerschuldverhältnisse zu kündigen. Gemeint sind damit Verträge, die ohne Kündigung auch über Ihren Tod hinaus weiterlaufen wie beispielsweise das Zeitschriftenabonnements, die Vereinsmitgliedschaften, der Handyvertrag oder Streaming-Dienste. Auch die Haftpflicht-, Hausrat- und Kfz-Versicherung können hier aufgelistet werden.

 

Erstellen Sie im Interesse Ihrer Angehörigen eine Liste Ihrer laufenden Verträge – am besten inklusive Informationen über den Vertragspartner, die Vertragsnummer und wo die Vertragsunterlagen zu finden sind. Und im besten Fall halten Sie die Liste aktuell.

Haben Sie Vorstellungen darüber, wie Ihre Trauerfeier gestaltet sein soll? Wenn Sie Ihren Angehörigen konkrete Informationen hinterlassen, machen Sie ihren Liebsten vieles leichter.  Dabei können Sie auch festlegen, wovon Ihre Beerdigung bezahlt werden soll.

Ein Testament ist notwendig, wenn Sie sicherstellen möchten, dass Ihr Vermögen bzw. Teile Ihres Vermögens an die richtigen Personen verteilt werden. Bitte verlassen Sie sich dabei nicht auf den gesetzlichen Erbgang. Ihrem Testament können Sie auch ein separates Schreiben beilegen, indem Sie die von Ihnen gewünschte Aufteilung erklären – das kann eventuell auftretende Streitigkeiten zwischen den Erben verhindern.

Das könnte Sie ebenfalls interessieren:

Vorteile von Fonds

  • Keine Vertragslaufzeiten, börsentägliche Verfügbarkeit
  • Transparenz über Produkte und aktuelle Wertentwicklung
  • Professionelles Fondsmanagement

Die Einmalanlage für Ihre Erbschaft

  • Gute Ertragschancen
  • Risikoreduzierung durch breite Streuung
  • Ein- und Auszahlungen flexibel vornehmen

Fondssparplan

  • Weltweit anlegen ab 50 € monatlich
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  • als Arbeitnehmer mit Extra-Geld von Chef und Staat

Persönliche Anlageberatung

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FAQ: Häufig gestellte Fragen

Sie können das Erbe annehmen oder ausschlagen. Bevor Sie ein Erbe annehmen, sollten Sie wissen, dass es nur „ganz oder gar nicht“ gibt. Denn wenn Sie das Erbe annehmen, übernehmen Sie nicht nur das Vermögen, sondern auch Verbindlichkeiten in jeglicher Form. Denken Sie dabei z. B. eine Kredit- und Mietschulden oder marode Immobilien ohne entsprechenden Gegenwert. Auch die Beerdigungskosten fallen auf Sie zurück.

Prüfen Sie also in jedem Fall, ob Ihnen (wirtschaftliche) Nachteile aus der Annahme eines Erbes entstehen. Je unbekannter die wirtschaftliche und familiäre Situation des Erblassers ist, desto genauer sollten Sie sich über Vermögen und Verbindlichkeiten informieren. Dafür haben Sie sechs Wochen Zeit. Die Frist beginnt zu laufen, wenn Sie von dem Erbe in Kenntnis erlangen, frühstens mit Bekanntgabe durch das Nachlassgericht.

Je größer bzw. unübersichtlicher ein Erbe ist, desto schwieriger könnte es für Sie werden, eine realistische Einschätzung über dessen tatsächlichen Wert zu gewinnen. Dabei kann ein Anwalt für Erbrecht eventuell weiterhelfen. Die Ausschalgung des Erbes erfolgt gegenüber dem Nachlassgericht. Die Ausschlagung des Erbes können Sie dort schriftlich fixieren lassen oder Sie reichen eine öffentlich (z.B. Notar oder deutsche Auslandsvertretung) beglaubigte Erklärung ein. Ein gewöhnlicher Brief reicht nicht.

Die Annahme des Erbes ist hingegen nicht an eine bestimmte Form gebunden. Sie kann erfolgen durch ausdrückliche Erklärung, schlüssiges Verhalten oder dadurch, dass der Erbe die Ausschlagungsfrist von sechs Wochen verstreichen lässt.

Ehegatten und eingetragene Lebenspartner können 500.000 Euro steuerfrei erben. Ein Freibetrag von 400.000 Euro gilt für jedes Kind, dazu gehören neben Stief- und Adoptivkinder auch die Enkelkinder des Verstorbenen, sofern deren Eltern, als die Kinder des Erblassers, bereits tot sind. Für Abkömmlinge nicht verstorbener Kinder (Enkel) halbiert sich dieser Freibetrag auf 200.000 Euro. Auch Eltern und Großeltern erhalten im Erbfall einen persönlichen Freibetrag über je 100.000 EUR.

Bei allen übrigen Erben gilt ein Freibetrag in Höhe von 20.000 Euro. Dazu gehören beispielsweise Nichten, Neffen, Freunde und Bekannte sowie Partner aus nichtehelichen Lebensgemeinschaften. Bei beweglichen körperlichen Gegenständen wie Münzen, Perlen etc. gelten andere Freibetragsgrenzen.

Haben Sie vor kurzem Geld geerbt oder rechnen Sie in absehbarer Zeit mit einem Erbe in Form von Geld? Dann wird dieses Vermögens mit zwei widrigen  Einflussfaktoren zu kämpfen haben.

Da ist zum Einen die seit langem anhaltende Null- oder Niedrigzinsphase. Sie macht eine umsichtige und vorausschauende Anlage notwendig, damit sich Ihr Vermögen dennoch vermehren kann.

Der andere Faktor ist die schleichende Inflation, die jedes Jahr an der Kaufkraft Ihres Kapitals nagt. Selbst niedrige Inflationsraten können aufgrund der anhaltenden Nullzinsphase nicht ignoriert werden.

Deswegen belassen Sparer nur noch die notwendige Liquiditätsreserve auf kaum verzinsten Sparbüchern und Tagesgeldkonten. Empfohlen werden in der Regel zwei bis drei Monatsgehälter. Hinzu kommen Gelder für absehbare Konsumausgaben, wie Urlaub, Auto oder Hochzeit. Alles darüber hinaus wird mit der Chance auf mehr Erträge angelegt – wie es mit der Fondsanlage möglich ist.

Wenn der Erblass auch aus Wertpapieren besteht, müssen Sie sich entscheiden, ob Sie die Wertpapiere übernehmen oder aus dem Depot des Erblassers heraus veräußern wollen.

Wenn Sie sich entscheiden, die Wertpapiere zu übernehmen, ist es wichtig, dass im Zuge der Übertragung der Wertpapiere in Ihr Depot, die steuerlichen Anschaffungswerte ebenfalls übertragen werden. Denn liegen diese Anschaffungswerte bei einem späteren Verkauf der Wertpapiere nicht vor, wird Ihre depotführende Bank mehr Kapitalertragssteuer abführen müssen als nötig wäre. Zwar können Sie, die zu viel gezahlte Kapitalertragssteuer im Rahmen Ihrer Steuererklärung zurückholen, aber dafür müssen Sie die ursprünglichen Anschaffungswerte, die zwischenzeitlichen Erträge und ggf. sogar deren Besteuerung nachweisen können. Wenn der Erblasser Ihnen nicht einen perfekt gepflegten Unterlagenbestand hinterlassen hat, dürfte das schwer fallen. Um dieses Risiko zu vermeiden, empfiehlt es sich, dass Sie für die zu übernehmenden Wertpapiere ein Depot bei der Bank des Erblassers einrichten. Dann werden die steuerlichen Anschaffungswerte in der Regel automatisch mit übertragen.

Der vermeintliche Aufwand eines Wertpapier-Übertrags lohnt sich insbesondere für Wertpapiere, die vor dem 1. Januar 2009 erworben wurden. Denn dann sind Kursgewinne, die bis zum 31.12.2017 mit diesen Wertpapieren erwirtschaftet wurden, von der Spekulationssteuer befreit. Und die seitdem aufgelaufenen Kursgewinne zumindest noch bis zu einem Betrag von 100.000 Euro pro natürliche Person.