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Sparen & Anlegen

Der richtige Zeitpunkt:

Soll ich jetzt Aktien und Fonds kaufen oder lieber morgen?

Nicole Bianga 16.03.2021 4 Min Lesezeit
Frau schaut auf Uhr

Zusammenfassung

  • Der richtige Zeitpunkt für den Wertpapierkauf soll der tiefste und damit günstigste Punkt des entsprechenden Aktien- oder Anleihekurses sein. Wann das Wertpapier seinen Tiefpunkt erreicht, kann allerdings niemand vorhersagen.
  • Ein Fondssparplan kann durch regelmäßiges, z. B. monatliches, investieren, Abhilfe verschaffen. So investieren Anleger*innen sowohl zu günstigen Kursen als auch zu weniger günstigen Kursen und können vom sogenannten Cost-Average-Effekt profitieren.
  • Das eigene Anlageportfolio sollte regelmäßig auf den Prüfstand gestellt werden. Fondsanteile, die nicht mehr zu den eigenen Anlagezielen passen, können dabei verkauft bzw. gegen andere Wertpapiere getauscht werden.

Der richtige Zeitpunkt für den Kauf und Verkauf von Wertpapieren

Eine oft vertretene Meinung unter Anleger*innen: Der richtige Zeitpunkt zum Kauf eines Wertpapiers ist, wenn der Kurs der Aktie oder der Anleihe einen tiefen und damit günstigsten Punkt erreicht hat. Denn niemand möchte zu teuer Wertpapiere kaufen.

Allerdings möchten Sie auch nicht ewig auf einen aus Ihrer Sicht günstigen Preis warten. Wann aber in den kommenden Monaten der niedrigste Kurs eintreten wird, kann niemand vorhersagen.

Einfacher fällt es da schon zu beurteilen, ob ein Kurs überhaupt das Prädikat günstig verdient hat. Dafür behelfen sich viele Anleger*innen mit einem Blick in die Vergangenheit und warten darauf, dass die Aktie oder ein Index wie der DAX wieder auf Niveau sinkt, das sie rückblickend für kaufenswert halten.

Ausgesprochen günstige Einstiegskurse hat es zuletzt in der ersten Phase der Corona-Pandemie gegeben. So ging der DAX im März 2020 um über 5000 Punkte zurück – stieg aber sehr schnell wieder deutlich an, so dass das Zeitfenster sichtbar günstiger Kurse für den einen oder anderen Anleger*innen sich schon wieder zu schließen begann.

Eigentlich war es also ein guter Zeitpunkt für Schnäppchenjäger, um günstig einzusteigen. Doch dafür braucht es Mut. Schließlich sind Einbrüche häufig von einer negativen Nachrichtenlage begleitet – wie in diesem Fall die Ungewissheit, wie sich die Pandemie entwickeln würde. Und so hätten die Kurse auch noch tiefer fallen können. Deshalb endet die Tiefpreis-Strategie häufig in einem Teufelskreis des Wartens – und das Geld wird nicht investiert.

Das Fazit? Den rückblickend idealen Einstiegszeitpunkt für den Kauf eines Wertpapiers erreichen Anleger*innen nur per Zufall.

Jetzt Fondsanteile kaufen?

Und woher wissen Anleger*innen nun, ob sie Aktien, Anleihen oder Fondsanteile jetzt kaufen sollten? Wenn Sie Geld zur freien Verfügung haben und langfristig anlegen möchten, dann sollten Sie aufhören, auf den richtigen Zeitpunkt zu warten.

Das Deutsche Aktieninstitut (DAI) zeigt mit seinen DAX-Auswertungen: Wer zwischen 1948 und 2020 seinen Aktien mindestens 15 Jahre Zeit gegeben hat, konnte sich immer über einen Wertzuwachs freuen. Die Bandbreite der jährlichen Rendite lag dabei zwischen 2,3 und 15,4 Prozent – und im Mittel bei 8,9 Prozent.

Dabei sollte vor Kauf der Investmentfonds klar sein: Es geht nicht darum, die höchsten Renditen, die es je gegeben hat, zu erwirtschaften, sondern die Inflation zu schlagen. Langfristig investieren zahlt sich dabei aus.

Wer trotz eines vergleichbar langen Anlagehorizontes noch unsicher bzgl. des Einstiegs ist, kann seine Einmalanlage in mehrere Portionen aufteilen – und diese über die kommenden Monate regelmäßig investieren. Damit verringern Sie das Risiko, rückblickend auf einem Höhepunkt des Marktes Ihr gesamtes Anlagevermögen investiert zu haben.

Der Fondssparplan

Wer keine großen Anlagesummen zur Hand hat, muss sich diese Gedanken nicht machen. Er spart stattdessen regelmäßig Mit einem Fondssparplan beispielsweise kaufen Sie monatlich Fondsanteile ein. Schritt für Schritt erhöhen Sie damit Ihr Investment.

Lassen Sie Ihren Fondssparplan dabei vor allem auch in Phasen niedriger Kurse weiterlaufen oder erhöhen Sie ggf. sogar Ihre Sparrate. Dann sorgt der Durchschnittskosteneffekt (Cost-Average-Effect) dafür, dass Sie bei niedrigen Kursen für den gleichen Betrag mehr Fondsanteile einkaufen – damit wächst Ihre Fondsdepot langfristig schneller.

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Wann ist der richtige Zeitpunkt, um Fondsanteile zu verkaufen?

Investmentfonds sind in der Regel eine langfristige Geldanlage. Dennoch kommt der Zeitpunkt, an dem Sie das Ersparte anderweitig einsetzen wollen, zum Beispiel bei Eintritt in die Rente.

Da allerdings mit näher rückendem Renteneintritt die Renditeorientierung teilweise in den Hintergrund zu treten beginnt, ist es sinnvoll, das eigene Anlageportfolio auf den Prüfstand zu stellen. Solche Zeitpunkte kann es im Leben häufiger geben. Denn nicht nur Fonds ändern sich, sondern auch Sie. Vielleicht ist Ihnen der Aktienfonds zu riskant geworden oder der Anleihefonds nicht ertragreich genug?

Dann können Sie anfangen, einzelne Fonds in Ihrem Portfolio zu tauschen. Hier kann ein kostenfreier Depotcheck helfen. Gemeinsam mit einem Anlageberater werfen Sie einen prüfenden Blick auf Ihre Fondsanteile und passen Sie bei Bedarf auf Ihre Ziele und Bedürfnisse an.

Fazit: Steigen Sie jetzt ein

Anleger*innen, die langfristig investieren möchten, legen ihre gewünschte Anlagesumme tendenziell sofort an – oder verteilt in zwei bis drei Portionen. Denn Schwankungen am Kapitalmarkt – sowohl nach unten als auch nach oben – sind in der Regel dem Zufall geschuldet und nicht prognostizierbar.

Wenn Sie also davon überzeugt sind, dass ein Fondsportfolio, eine Unternehmensbeteiligung oder eine Aktie vielversprechend ist, zögern Sie nicht weiter, sondern handeln Sie. So umgehen Sie erfolgreich den Teufelskreis des Wartens.

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